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25.05.2013

ADHS - Kinder, die 'anders' sind

Die meisten, die mich nicht persönlich kennen und im Blog hier lesen, werden meine ernste Seite nicht so sehr kennen, da ich allzu private Dinge nicht öffentlich irgendwo hinschreibe. Wenn ich also blogge, geht’s mir gut. 2008 als Blogjahr können wir also getrost vergessen (Trennung vom Ex-Mann) ;-)

Seit etwas mehr als zwei Jahren tingele ich mit dem kleinen M. von A nach B, weil nahezu jeder Pädagoge (Kindergarten/Schulen) sagt, dass er sich nicht sonderlich gut konzentrieren kann, sehr zappelig ist, unvermittelt vom Stuhl aufsteht und mal eben spazieren geht. Das ich das alles andere als toll finde, dürfte klar sein. Im Kindergarten wurde ich das erste Mal darauf aufmerksam gemacht und ich stellte - in dem Gedanken, dass er einfach etwas lebhafter ist - ihn unserem Kinderarzt vor, der sich zusätzlich auch noch eine zweite Meinung holte bei einem Termin, der der Entwicklungsdiagnostik diente. Beide meinten, das kleine M. sei eben nur ein besonders lebhaftes Kerlchen und gut war es dann für mich.

Dass das Thema in der Schule dann nochmal ganz neu aufgerollt werden würde, hätte ich eigentlich nicht erwartet. Anfangs dachte ich noch, er muss einfach “nur” noch lernen, still sitzen zu bleiben und den Schnabel zu halten. Nun ja, weit gefehlt, es zog doch recht große Kreise und da er in der alten Schule die meiste Zeit von seiner - meiner Meinung nach - völlig überforderten Lehrerin vor die Tür gestellt wurde (Hallo Verletzung der Aufsichtspflicht) und schon Abends kaum einschlafen konnte aus Angst vor dem nächsten Tag, habe ich mich im letzten Jahr entschieden, ihn auf eine andere Schule zu schicken und habe mich mit Alternativen auseinandergesetzt, die ihm vielleicht gut tun könnten. Für seine erste Lehrerin war von Anfang an (ok, nach 2 Monaten Schule, wir wollen mal nicht so kleinlich sein) klar, dass das kleine M. “ein ADS-Kind” sei. Stempel drauf, gut ist. Sätze seitens meines Sohnes wie “Mama, warum gehe ich überhaupt zur Schule? Ich stehe da doch eh immer nur vor der Tür.” möchte keine Mutter hören und es tut weh, sein Kind so tieftraurig zu sehen.

Da ich meinem Sohn helfen wollte, fingen da dann auch die Arztbesuche an. Einer sagte, es sei alles normal und würde sich noch verwachsen. Der nächste fand es beobachtungswürdig. Unser Kinderarzt überwies uns schließlich zu einer VITOS Klinik, um eine Diagnostik anzustreben und alle Eventualitäten abzuklären. Gesagt getan, 2 Stunden durch halb Deutschland telefoniert, von Pontius zu Pilatus weitergeleitet und geschickt worden, weil man sich entweder nicht zuständig fühlte oder kurzfrist gkeine Termine mehr frei waren.

Irgendwann landete ich beim telefonieren dann bei der VITOS Klinik in Hachenburg, bei denen es “nur” eine Wartezeit von 4 Monaten gab. Da frage ich mich doch, ob halb Deutschland seine Kinder zu Psycho-Docs schickt und ob es wirklich so viele problembehaftete Kinder gibt?

In der Zeit rief mich die Lehrerin der alten Schule nahezu täglich an und terrorisierte mich förmlich mit Informationen wie “Ihr Sohn ist heute 3,5 x auf dem Stuhl herumgerutscht, hat 4 x reingerufen und 6 x mit seinem Nachbarn gesprochen.”

Als wir dann endlich unseren ersten Termin in der VITOS Klinik hatten war ich megaaufgeregt, ging es doch ggf. um die Zukunft meines Kindes und die eventuelle Diagnose einer meiner Meinung nach zur Volkskrankheit für “Kinder, die nicht dem Standard entsprechen” verkommenen Geschichte. Danach folgten noch etliche weitere Termine. Die etwas mehr als einstündige Fahrt pro Tour haben wir uns immer mit kleinen Spielchen vertrieben, damit es nicht so arg langweilig für den Junior wurde.

Lange Rede, gar kein Sinn, auf das Ergebnis der Auswertungen haben wir 12 (!!!) Monate gewartet, nachdem ich immer und immer wieder vertröstet wurde, dass die Unterlagen noch ausgewertet werden müssten. Irgendwann als es mir zu bunt wurde und ich energischer wurde beim Nachfragen, gestand man dann ein, dass die Therapeutin, die das kleine M. angesehen und die Spiele/Fragen/Testungen durchgeführt hat, nicht mehr an der VITOS Klinik tätig sei und mein Sohn wohl einer ihrer letzten Patienten war. Fazit: Die gute hat vor ihrem Abgang KEINE Auswertung ihrer Untersuchungen angefertigt, d.h. wir sind im Prinzip völlig umsonst monatelang dort hingefahren und die Wartezeit davor war eben auch für nichts.

Letzten Endes habe ich einen Abschlussbericht von der Oberärztin erhalten, die meinen Sohn nicht auch nur einmal selbst zu Gesicht bekommen hat und sich an den scheinbar recht spärlichen Informationen bedient hat und uns einen 08/15 Bericht geschrieben hat. Auf den IQ-Wert, der laut der Therapeutin damals mit 138 zumindest nicht bei dem eines Toast-Brotes lag, ist man null eingegangen (heißt für mich aber wenigstens, dass mein Kind nicht blöd ist, wovon ich zwar nicht ausgegangen bin, aber man weiß ja nie...nein, Spaß beiseite).

Nach dem Schulwechsel letztes Jahr im August zu einer Waldorfschule (dazu in einem anderen Posting mehr, denn Waldorf bedeutet mehr, als singen, klatschen, tanzen, so wie es in den Köpfen vieler umherschwirrt), hatte sich das Problem natürlich nicht gelegt und inzwischen sind wir bei einer INPP-Therapie angekommen (auch das muss ich nochmal separat aufgreifen, glaube ich, weil es hier in einem Posting sonst zu viel wird), Ergotherapie seit kurzem und der zweite Anlauf in Sachen Diagnostik ist genommen. Gestern war der Termin zum EEG. Auf das Ergebnis davon müssen wir nun noch ca. 1 Woche warten, dann geht es an Blutabnahmen etc.

To be continued...

Habt ihr Erfahrungen in der Richtung gemacht/machen müssen und wie lief bei euch alles ab bzw. in welchem Zeitraum und konnte dem Kind geholfen werden?
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