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02.05.2013

Taunus Wunderland und Verletzung der Aufsichtspflicht?




Nachdem das kleine M. und ich vorgestern die Burgruine Ardeck erkundet und dort ein kleines Picknick gemacht haben (ich komme mit Fotos hochladen und bloggen schon gar nicht mehr nach), ging es am 1. Mai mit einer lieben Freundin und deren Tochter ins Taunus Wunderland in Schlangenbad. Da der Park nicht sonderlich weit weg ist, haben wir uns nach längerer Zeit mal wieder aufgemacht (der Sohn war letztes Jahr mit seinem Vater dort, musste aber auch alles fahren, obwohl er nicht wollte, weil ‘es ja Geld gekostet hat’ - sage ich mal nichts weiter zu), wie der Flyer verspricht ‘Nervenkitzel, Abenteuer, Action, KidsFun und Schlemmen’ auszutesten.


Weil das Wetter nicht so der Kracher war, obwohl ich dank meiner Wetter-App ab 11 Uhr Sonne versprochen hatte, war es auch nicht so arg voll wie sonst an Feiertagen in Freizeitparks. Der Eintritt lag bei 32,50 Euro für das (über 100 cm große) Söhnchen und mich und dann hieß es erstmal Plan auspacken und losstiefeln. Vorbei kamen wir an Dinosauriern durch den kleinen Dinopark und sind dann nach und nach an allem vorbeigeschlendert, was wir nur finden konnten.

Vom Alter her ist für Kleinkinder wie auch für größere wirklich für alle etwas dabei und viele Attraktionen wurden mit Liebe zum Detail gebaut. Beim letzten Besuch habe ich die Minenstadt in bester Western-Manier jedenfalls noch nicht gesehen. Einigen der Fahrgeschäfte und Aufbauten hingegen sieht man leider inzwischen mehr als deutlich an, dass sie mal einen neuen Anstrich benötigen würden. Den Kindern hat das am Spaß zwar keinen Abbruch getan, aber das Auge spielt ja bekanntlich mit.

Grundsätzlich finde ich die Idee, Eltern diverse kleinere Fahrgeschäfte steuern zu lassen eine gute Idee, da damit natürlich auch gleichzeitig Personal eingespart werden kann und man als Elternteil zumindest darauf aus ist, dass dem eigenen oder mitgebrachten Kindern nichts zustößt. Allerdings sehe ich es als etwas problematisch an, wenn kaum Personal im Park zu finden ist, da z.B. bei einem der Fahrgeschäfte vor der Westernstadt kein Schild stand, dass es defekt sei oder ähnliches. Die Kinder waren gerade dabei, sich in die Waggons zu setzen, als ein lautes Signal (welches laut Hinweisschild etwa 30 Sekunden vor der Abfahrt ertönt) erklang und mein Sohn daraufhin leichte Panik bekam und natürlich prompt mit seinem Fuß an dem einen Waggon hängengeblieben ist und seinen Schuh verlor. Ich habe diesen dann befreit, soweit also alles gut, das Fahrgeschäft lies sich nur leider so oder so nicht in Gang bringen und Personal zum befragen gab es leider keines.

Das Mittagessen, welches wir zu uns genommen haben (Pommes und Currywurst), war preislich in einem normalen Rahmen für Freizeitparkbesuche. Außerdem hatten wir natürlich einen vollgepackten Rucksack mit Getränken und Essen dabei und der Junior hat erstmal ein belegtes Brötchen aus den heimischen vier Wänden zu sich genommen.










Im Spukhaus sowie dem kleinen Gruseldurchgang jedoch roch es arg feucht, muffig und nach Schimmel. Das fand ich dann gelinde gesagt doch eklig und ich hoffe mal, dass dort schnellstens nachgebessert wird!

Bis auf einen erschreckenden Vorfall mit einer Gruppe von Kindern, die Teilnehmer beim SV Wehen-Wiesbaden Kids-Club Abenteuertag waren. Dass dieser Tag wirklich ein Abenteuertag für die Kinder werden sollte, konnte man bereits zu Beginn sehen, da sehr viele Kinder mit sehr wenigen Betreuern unterwegs waren. Nahezu alle hatten ein T-Shirt an mit Namensaufkleber, damit man sie leicht erkennen konnte, jedoch sah man immer wieder Betreuer, die auf der Suche nach Kindern waren.

Als das kleine M. mit der Tochter meiner Freundin auf einem kleinen Karussell fuhr (in der Ecke ist außerdem noch die Tretbootecke), war in dem Bereich nichts los und wir waren alleine. Na ja, fast zumindest. Eines der Kids-Club Kinder hatte sich zu den Tretbooten aufgemacht und hat sich das Ganze aus der Nähe angesehen. Auch nocht nicht weiter verwunderlich. Während unsere beiden Kinderchen also fröhlich Karussell fuhren und wir beiden Mamas uns unterhielten, entfuhr meiner Freundin plötzlich ein “Ach du scheiße!” Ich drehte mich um und flitzte schnell rüber zu den Tretbooten. Der Junge, der vorhin noch vor der Attraktion stand, war mit einem der Boote umgekippt, das Boot war ihm auf den Hinterkopf gefallen und er war unter dem Boot. Das Wasser ist nicht sehr tief und die Kunststoffboote für einen Erwachsenen nicht sonderlich schwer, für ein Kind allerdings eine hässliche Falle, wenn keine Aufsichtsperson in der Nähe ist.

Nachdem ich den jungen Mann also aus dem Wasser gefischt hatte, habe ich gemeinsam mit ihm (der nun ziemlich heftig am weinen war) einen der Betreuer gesucht und traf auf eine hochgewachsene Frau, die schon recht zielstrebig auf uns zukam. Ich habe ihr kurz geschildert was passiert ist, sie bedankte sich und fragte den Jungen zunächst freundlich, was denn passiert sei und dass sie ihn dann jetzt mal umziehen müssten. Damit war mein Part erstmal erledigt.

Als ich mich zum gehen aufmachte und schon ein paar Meter weit gekommen war, drehte ich mich nochmal um und die Frau zottelte dem Jungen am Arm herum und schimpfte nun laut mit ihm. Ich war gelinde gesagt entsetzt und starrte sie an. Dies bemerkte sie anscheinend doch und war dann leiser und ging mit dem Jungen fort. Da es nicht den Anschein machte, als sei diese Frau die Mutter des Jungen, fand ich dieses Verhalten schon mehr als dreist und erschreckend, wie mit Schutzbefohlenen dort umgegangen wurde. Selbst wenn der Junge sich einer Anweisung widersetzt hat und alleine durch die Gegend gelaufen ist, hätte sich diese Frau vielleicht mal eher Gedanken darüber machen sollen, dass sie oder ggf. andere Verantwortliche mit einem Bein im Knast stehen, wenn einem der Kinder etwas passiert!

Spaßeshalber habe ich mir mal das Anmeldeformular angesehen. Keinerlei Belehrungen oder Infos zur Aufsichtspflicht. Da aber die Kinder ca. im Alter von 8-11 Jahren waren, kann ich mir kaum vorstellen, dass man als Elternteil davon ausgehen muss, das sie alleine durch einen Freizeitpark laufen dürfen. Ich bin immer noch am überlegen, ob ich einen gesalzenen Brief oder eine E-Mail an die Verantwortlichen des Kids-Club schreibe...

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