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19.01.2011

Und dann waren es wieder die anderen...

Isabelle Caro…den Namen hatte man irgendwie noch im Hinterkopf, wenn auch nicht mehr gleich zuordenbar. Auf die Sprünge halfen da in den vergangenen Wochen die Fotos einer magersüchtigen jungen Frau bei einer Benetton-Kampagne „No Anorexia“ („Nein zur Magersucht“), die am Ende ihrer Kräfte den Kampf gegen die Magersucht verloren hat. 

Damals wollte der italienische Fotograf Oliviero Toscani mit den Schockfotos während der Mailänder Modewoche 2007 Aufmerksamkeit erregen und ein Zeichen gegen Magersucht setzen.


Nach der Foto-Kampagne, die nicht in allen Ländern gezeigt wurde aus „Rücksicht auf die Menschenwürde“, arbeitete Caro trotz ihres für andere als abstoßend wirkenden Körpers als Model und sprach öffentlich über Magersucht und ihren eigenen Weg in dem Buch mit dem naiv und kindlich wirkenden Titel 
La petite fille qui ne voulait pas grossir (zu Deutsch: „Das kleine Mädchen, das nicht dick werden wollte“).

Sie hat also aus dem, was sie ausgemacht und beherrscht hat, ihr Kapital geschlagen und so womöglich das einzigste getan, womit es ihr möglich war mit ihren 31 kg auf 1,64 m verteilt, ihr eigenes Geld zu verdienen.


Nun liest man wieder von ihr…ihr Vater soll – nachdem Isabelle’s Mutter nach ihrem Tod der Tochter im November letzten Jahres sich vor zwei Wochen das Leben nahm – nun ein Pariser Krankenhaus wegen fahrlässiger Tötung verklagt haben.


Durchaus verständlich, dass der Vater mit den Nerven am Ende ist. Angesichts der Tatsache, dass Isabelle Caro allerdings in einem Tokioter Krankenhaus verstorben 
sein soll, allerdings nicht ganz nachvollziehbar im Moment für mich.

Seine Tochter war 15 Jahre lang magersüchtig, also nicht erst seit gestern…Laut Angaben, die man diversen Zeitschriften entnehmen kann, soll die Mutter schwer depressiv gewesen sein und viel Zeit in Isabelle’s Kindheit darauf verschwendet haben, sie nie lange aus den Augen zu lassen, sie soll Zuhause unterrichtet worden und zudem nicht groß aus dem Haus gelassen worden sein, damit sie immer das „kleine Mädchen“ bliebe…


In Isabelle's Blog konnte man von ihren Interview-Terminen, Fotoshootings und ihrem normalen Tagesablauf lesen und dass sie sich nach dem Stein des Anstoßes, eben jener Fotokampagne im Jahr 2007 nicht länger verstecken wollte, war sie ja zu diesem Zeitpunkt "das Gesicht der Magersucht" und zu einem kleinen Star unter den vielen anderen magersüchtigen Mädchen und Frauen geworden. Wie zum Zeichen des Trotzes oder aber auch der Ablenkung ließ sie sich Sommersprossen ins Gesicht tätowieren…nach ihrem Vorbild, der Schauspielerin Isabelle Huppert. Naiv und kindlich wollte sie wohl immer sein...ganz wie die Mutter es sich scheinbar gewünscht hat.


Stellt sich mir aber nun die Frage: warum nicht weiter an der Stelle kämpfen für das, was seine Tochter begonnen hat? Das, wofür sie stand? Der Krankheit, der sie erst ein Gesicht gegeben hat…?


Warum ist jetzt ein Krankenhaus „schuld“ daran, dass seine Tochter sich ihr halbes Leben lang damit beschäftigt hat, sich totzuhungern? Scheinbar ja auch nicht völlig ohne Grund, wenn man ihren Lebensweg ein wenig verfolgt hat...



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