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11.02.2013

Lieber Herr Wagner...

...glauben Sie den gedanklich dünnflüssigen Stuhl eigentlich selbst, den Sie in einer offenen Ansprache in der BILD an Samuel Koch von sich gegeben haben?

Ich denke, der junge Mann an sich ist nicht groß erklärungswürdig, denn dass er es durch "Wetten dass..." in diesem Maße zu einem ungewollten Bekanntheitsgrad geschafft hat, ging schließlich lange genug durch die Presse, die seinen Unfall bis ins kleinste Detail ausgeschlachtet hat und ihn dabei hat ausbluten lassen wie ein geschächtetes Schaf.

Als ich sein Buch Zwei Leben gelesen habe, schwankte ich zwischen lautem Lachen bei lustigen Anekdoten und einer Menge Tränen der Rührung, ob seiner gnadenlos ehrlichen Worte, die dennoch so viel Lebensfreue aufzeigten.

Letzte Buchmesse in Frankfurt habe ich ihn dann kurz persönlich getroffen und ich habe selbstverständlich vollsten Respekt vor ihm, wie vor allen anderen Menschen auch, die schwere Schläge hinnehmen mussten und müssen. Es gibt nämlich zahllose weitere Menschen, denen es ähnlich geht und die von keiner Seite dieses Gehör bekommen und das "nur", weil nicht halb Deutschland an deren Unfall teilhaben durfte/musste.

Und wer sagt eigentlich, dass Samuel Koch diese Art der Aufmerksamkeit überhaupt möchte? Er wird auch so wissen, dass er immer im Fokus steht, wo er auch aufkreuzt und er erkannt wird.

Über diese Punkte hinaus aber, finde ich den Brief von Ihnen, Franz Josef Wagner, Ihres Zeichens Schreiberling bei der BILD, absolut zum kotzen. Warum bitte muss man explizit auf darauf hinweisen, was er alles nicht konnte auf der Berlinale Party? Vielleicht wollte er einfach nur Spaß haben mit seinen Freunden - wie jeder andere auch, egal ob mit oder ohne körperliche Einschränkungen...

Herzlichst,
Aleksandrah



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