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11.04.2013

Wenn Kinder in der Öffentlichkeit bloßgestellt werden


Was früher die lustigen Homevideos bei “Bitte lächeln” waren, sind heute die millionenfach geteilten witzigen, lustig gemeinten oder pseudowitzigen YouTube Videos oder einfach Fotos, auf denen die eigenen Kinder zur Lachnummer gemacht werden und diese dann in sozialen Netzwerken zigfach geteilt werden. Die Eltern mögen es im besten Fall einfach nur lustig gemeint haben. Das jedoch viele den viralen Effekt solcher Dinge unterschätzen, wenn sich so etwas im Netz selbständig macht, finde ich hingegen sehr bedenklich.


Jüngstes Beispiel ist in meinen Augen ein Blog (den ich hier aber nicht nennen möchte, um nicht noch mehr Besucher auf die Seite zu schleusen), auf dem ein Vater seinen zweijährigen Sohn auf allen Bildern nur weinend zeigt und diese mit vermeintlich witzigen Kommentaren versieht. Mir ist klar, dass Kinder immer und überall weinen können, wenn die Welt gerade ein wenig unschöner für sie geworden ist (sei es, wenn es vor dem Essen keine Süßigkeiten gibt, der kleine Fratz hingefallen ist oder warum auch sonst noch. Gründe gibt es schließlich in der kleinen Kinderwelt genügend, das weiß ich aus eigener Erfahrung.)

Ich finde aber weder Blogs noch Videos mit Kindern, die in Narkose wirre Dinge von sich geben oder Videos, bei denen man Kindern erzählt, man hätte all ihre Halloween Süßigkeiten aufgegessen und diese dann an einen TV-Sender schickt, der die gesammelten Werke ausstrahlt, besonders witzig sondern beschämend.

Natürlich habe ich auch von meinem Sohn völlig verrückte und lustige Videos, die ich am liebsten der ganzen Welt zeigen würde (schließlich hab ich ja auch den verrücktesten, lustigsten, tollsten und besten Sohn der Welt...wie jede Mama eben ;-) ), aber ich käme nie auf die Idee, ihn in einer für ihn jetzt oder später beschämenden Situation mit dem Rest des Universums zu teilen. Das Internet vergisst schließlich nichts, manche Eltern geben aber scheinbar ihr Hirn an der Garderobe ab, sobald sich ihnen eine bietet und sie ihre Kinder für 3 Sekunden Ruhm an die Netzwelt verkaufen.

Wie seht ihr das? Völlig übertrieben von mir oder habt ihr eine ähnliche Sichtweise?
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