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08.10.2013

Der Schandfleck von Limburg

Ihr habt Limburg an der Lahn mit dem beschaulichen Dom noch vom alten 1000 DM Schein im Gedächtnis? Dann vergesst ganz schnell dieses idyllische Bild. Ich bin in Limburg aufgewachsen und wohne auch jetzt nicht weit weg und fühle mich der kleinen Stadt an der Lahn noch immer sehr verbunden, fahre morgens und abends regelmäßig auf dem Weg zur Arbeit durch und auch an den Wochenenden trifft man mich dort des öfteren an.

Gerade macht die Stadt aber nicht im positiven Sinne von sich reden, denn Limburg31 ist das neue Stuttgart21. Wer noch nicht genau weiß, worum es geht, wird die letzten Wochen vielleicht verschlafen haben, denn der Limburger Bischof Tebartz-van Elst hat es geschafft, mit seinem Amtsantritt das bischöfliche Häuschen, pardon die Residenz am Dom für sage und schreibe 31 Millionen Euro restaurieren lassen zu wollen bzw. sind die Arbeiten ja seit geraumer Zeit in vollem Gange. Der Vermögensverwaltungsrat, der die Ausgaben des bischöflichen Stuhls beaufsichtigt, gab an, hinters Licht geführt worden zu sein...was letzten Endes unterm Strich bei allem heraus kommt, wird sich zeigen. Haushaltspläne für 2012 und 2013 scheinen nicht vorgelegt worden zu sein...

Geplant waren wohl ursprünglich “nur” 3 Millionen zur Restaurierung des denkmalgeschützten Gebäudes. Der alte Bischof hat sicher auch nicht abgedankt, weil das Häuschen gegenüber des Doms so hässlich war.

Angefangen hat das Desaster allerdings erst, als ein Spiegel Reporter beim Luxus-Bischof nachfragte, was es mit einer Indien-Reise auf sich hatte, bei der er und ein Vikar Waisenkinder besuchten, dafür allerdings einen First Class Flug nutzten und dann nahm das Unheil seinen Lauf…

Nicht umsonst war jedenfalls Besuch aus dem Vatikan erst im September in Limburg zu Besuch, rein brüderlich natürlich. Aber inzwischen hoffentlich nicht mehr ohne Konsequenzen.

Wenn ich mir ins Gedächtnis rufe, dass von Demut und Barmherzigkeit gepredigt wird, der Herr Bischof sich allerdings feiern lässt wie einen Popstar mit Chauffeur, Prunk und Protz, fallen mir im gleichen Atemzug doch unendlich viele Dinge ein, die man wesentlich sinnvoller mit Geld füttern könnte. Aber wer um Himmels Willen braucht eine Residenz für 31 Millionen Euro gegenüber von seinem Arbeitsplatz?

Wenn man schon so viel Geld raushaut, warum dann nicht gleich für etwas sinnvolles? Wie vielen Menschen könnte man wohl für 31 Millionen Euro (das muss man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen) Essen kaufen?

Ich bin ja niemand, der Menschen dafür verurteilt, wenn sie sich aus eigener Kraft etwas aufgebaut haben und meinetwegen heute Millionen verdienen. Aber Gelder für eine Residenz zu verbraten, die einem eigentlich gar nicht gehören, ist in meinen Augen ein absolutes No-Go, sind doch darin auch Gelder enthalten, die jedes gläubige Schäfchen Monat für Monat Betrag x vom Gehalt direkt an die Kirche abfließen lässt. Moralisch also absolut verwerflich.

Herr Tebartz-van Elst, schämen Sie sich und besinnen sich darauf, weshalb Sie eigentlich diesen “Job” im Namen Ihres Oberbosses da oben angenommen haben! Ich habe das Fremdschämen nämlich langsam satt!
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